Warum Sie Ihre Photovoltaikanlage gesondert versichern sollten

 

Bei Neubauten sind die gläsernen Dachverkleidungen schon nicht mehr wegzudenken, aber auch Besitzer älterer Immobilien greifen vermehrt auf Photovoltaikanlagen zurück. Die Reduzierung der Einspeisevergütung führt keineswegs zu einem Rückgang der Selbstversorgung mit Strom. Im Gegenteil, die steigenden Energiepreise bringen es mit sich, dass der Boom ungebrochen ist. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach bringt aber auch erhöhte Risiken für den Betreiber mit sich, die in zwei Richtungen versichert sein sollten.

Photovoltaikanlage birgt Risiken für den Betreiber

by Viktor Mildenberger / pixelio.de

Photovoltaikanlagen bergen in zwei Richtungen Risiken für die Betreiber. Zum einen können Schäden an der Anlage entstehen, zum anderen können Dritte durch die Anlage geschädigt werden. Die klassische Wohngebäude-versicherung bietet zwar Schutz für die Photovoltaikanlage, aber nicht in dem Umfang, den eine Spezialversicherung abdeckt.

Klären wir zunächst einmal die Haftungsfrage, die durch eine Photovoltaikanlage entstehen kann. Wird durch einen Sturm ein Solarmodul vom Dach gerissen und stürzt auf ein geparktes Auto oder verletzt einen Passanten, ist der Betreiber im Regress. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass Stürme in Deutschland an Stärke gewonnen haben und auch Anlagen für die Gewinnung von Solarstrom darunter gelitten haben. Eine spezielle Haftpflichtversicherung sollte also auf jeden Fall abgeschlossen werden.

Die Investition Photovoltaikanlage richtig absichern

Die Installation einer Photovoltaikanlage ist, trotz geförderter Kredite, ein Investment,

by Rainer Sturm / pixelio.de

welches für den Betreiber in der Regel eine fünfstellige Investition darstellt. Damit möchte er nicht nur das private Portemonnaie entlasten, sondern auch Einnahmen generieren. Und wie ein Ladeninhaber seine Einkunftsquelle, das Geschäft, gegen Ausfälle absichert, sollte dies auch mit der Photovoltaikanlage geschehen. Zahlreiche Risiken bestehen, die in der Wohngebäudeversicherung nicht abgedeckt sind. Diese leistet nur bei Schäden durch Feuer, Sturm und Hagel.

Spezielle Versicherungen für Photovoltaikanlagen bieten beispielsweise Ersatz für die Einspeisevergütung wenn die Anlage auf Grund eines Versicherungsfalles längere Zeit ausfällt. Neben den durch die Wohngebäudeversicherung abgedeckten Schäden kann die Anlage beispielsweise durch Tierzerbiss betriebs-untauglich werden. Weitere Risiken, an die man als privater Betreiber einer Photovoltaik- anlage kaum denkt, zeigt ein  Versicherungsvergleich, der auch die einzelnen Deckungsvolumina aufweist. Als Fazit gilt, dass der Einschluss einer Photovoltaikanlage in die bestehende Wohngebäudeversicherung nur nach eingehender Prüfung der Versicherungsklauseln und einem detaillierten Vergleich mit den entsprechenden Spezialversicherungen erfolgen sollte.

Nachhaltige Kapitalanlagen – bringen sie mehr als nur ein gutes Gewissen?

 

Als Öko-Fonds Anfang der 90er Jahre von den meisten Personen im Finanzvertrieb belächelt, von den Anlegern skeptisch beäugt, war der Start für nachhaltige Investments schwierig. Wie kann man in der Finanzbranche mit einem guten Gewissen Geld verdienen, so lautete die Frage, die immer wieder von beiden Seiten gestellt wurde.

Nachhaltige Investments kamen nur langsam in Fahrt

Unsicherheit prägte die Anfänge gezielter nachhaltiger Kapitalanlagen. Zu schwammig waren die Auswahl und die Anwendung der Kriterien, die ein Unternehmen als “ökologisch”  oder “nachhaltig” werteten. Die renommierten Fondsgesellschaften hatten zwar alle einen  Fonds in der Fonds-Palette, der als nachhaltig galt, die Papiere fristeten aber im Vertrieb nur ein Schattendasein. Das Schweizer Bankhaus Sarasin erkannte jedoch recht frühzeitig, dass es nicht nur eine Frage des Geldverdienens, sondern auch eine Frage der sozialen Verantwortung war, das Marktsegment “nachhaltige Investments” stärker in den Fokus zu rücken und entwickelte sich zu einem der herausragendsten Fondsinitiatoren im Segment nachhaltiger Investmentfonds.

Bereits 1994 begann die Pro-Vita GmbH mit Sitz in Stuttgart, sich dem ausschließlichen

Rainer Sturm / Pixelio.de

Vertrieb nachhaltiger Finanzprodukte zu widmen. 1997 etablierte der Hamburger Finanzdienstleister Securvita den Naturaktien Index. Der NAI umfasst 30 internationale Unternehmen und wird von der Securvita als Provider betreut.

Herkömmliche vs nachhaltige Investments – was sagen die Charts?

Petra Bork / Pixelio.de

Der Chartvergleich ist ein beliebtes Instrument, um eine Wertung zu treffen. So stellt sich die Frage, wie schneiden die Aktien nachhaltig wirtschaftender Unternehmen im Chartvergleich mit dem MSCI, dem internationalen Aktienindex ab. Grundlage kann natürlich nicht ein Sechsmonats-Zeitraum sein, sondern sollte mehrere Jahre umfassen. Vergleichen wir einmal die Wertentwicklung des NAI mit dem MSCI über zehn Jahre, kommen wir zu einem interessanten Ergebnis. Der MSCI World Index startete 2002 mit einem Basiswert von leicht über 1.000  und steht jetzt bei 1.300. Das entspricht einer Wertentwicklung von rund 30 Prozent. Wie sieht es dagegen beim NAI aus? Der NAI stand zu Beginn des gleichen Beobachtungszeitraumes bei einem Basiswert von 2.000 und heute bei 5.100 – die prozentuale Wertentwicklung nachhaltig agierender Unternehmen möge der Leser selbst errechnen (Quelle OnVista).

Auch nachhaltige Investments unterliegen Börsenschwankungen

Es ist unstrittig, dass auch nachhaltige Unternehmen Konjunkturschwankungen unterliegen, oder gar von Insolvenzen betroffen sind. Der schlichte Vergleich der beiden oben genannten Indices über einen Zeitraum von zehn Jahren lässt aber den Schluss zu, dass es lohnenswerter ist, in Unternehmen zu investieren, die ökologisch, nachhaltig und sozial verantwortlich handeln, als in Unternehmen, die diese Themen eher als sekundär betrachten. Die Frage, ob nachhaltige Kapitalanlagen mehr bringen, als nur ein gutes Gewissen, lässt sich dahin gehend beantworten, ja, sie bringen mehr, sie bringen vor allem mehr Rendite. Diese Aussage lässt sich natürlich nicht pauschalieren. Auch bei der Auswahl nachhaltiger Investments ist die Prüfung, welches Produkt die beste Performance aufweist, unerlässlich.

Ökostrom – Was ist das und wie krieg ich das?

 

Die Atomkatastrophe in Fukushima hat viele Menschen dazu bewogen, auf Ökostrom umzustellen und auch Verbraucher, die Wert auf Nachhaltigkeit legen, wechseln auf ökologisch erzeugten Strom um. Fündig geworden sind viele Verbraucher durch einen Tarifvergleich. Allerdings ist Ökostrom nicht gleich Ökostrom – Vor einem Anbieterwechsel sollte man sich gründlich informieren!

Wann ist Ökostrom wirklich öko?

Es gibt verschiedene Varianten von Strom, der über Label und Zertifikate als ökologisch deklariert wird. Doch nicht jede dieser Varianten ist “echter” Ökostrom und wird aus regenerativen Energien produziert. Häufig wird ein Strom dadurch Öko, dass entsprechende Zertifikate hin- und hergeschoben werden. Dazu wird das RECS-System genutzt, bei dem der Strom in ein physisches und ein virtuelles Produkt aufgeteilt werden. Durch einen Etikettentausch wird aus ganz normalem Atom- und Kohlestrom plötzlich Ökostrom.

“Echter” Ökostrom stammt aus regenerativen Energieträgern wie Windkraftanalgen, Photovoltaik oder Biogasanlagen. Zertifikate, bei denen sich der Verbraucher darauf verlassen kann, dass es sich bei dem Produkt wirklich um Ökostrom handelt, vergeben das ok-power Label, das GrünerStromLabel oder die TÜV-Zertifikate. Im Augenblick gibt es in Deutschland vier Anbieter, die garantiert reinen Ökostrom verkaufen:

  • Naturstrom AG
  • EWS Schönau GmbH
  • Greenpeace Energy eG
  • LichtBlick AG

Günstige Ökostromanbieter über Tarifvergleich finden

Auch die kommunalen Stadtwerke und lokale Energieversorger bieten Ökostromtarife an. Anbieter mit günstigen Preisen findet man per Tarifvergleich zum Beispiel über den Strompreisrechner von microtarife.de. Meist sind die Ökostromtarife im Vergleich zu den Grundversorgern günstiger. Vor Abschluß des Vertrages sollte man sich unbedingt die Tarifinformationen sowie die Vertragsbedingungen durchlesen.

 

Nachhaltiges Einkaufen – Was unsere Kaufentscheidungen mit der Umwelt zu tun haben

 

Jedes Mal, wenn wir uns entscheiden, ein bestimmtes Produkt zu kaufen, tun wir weitaus mehr als nur zu konsumieren. Jede Kaufentscheidung hat Auswirkungen auf die Umwelt und auch auf das Leben anderer Menschen. Nachhaltiges Einkaufen berücksichtigt diese Wechselwirkungen – und ist gleichzeitig eine Entscheidung dafür, sich nicht nur um sich selbst, sondern auch um das Leben anderer Menschen und um den Erhalt der Umwelt zu kümmern.

Warum nachhaltiges Einkaufen gar nicht so leicht ist

Biologisches Einkaufen ist nicht immer gleich nachhaltiges Einkaufen. Denn wer im Discounter die mit dem EU-Biosiegel gekennzeichnete Ware in den Einkaufswagen packt, der kauft wohl ökologische Qualität, die anderen Säulen der Nachhaltigkeit bleiben jedoch oft unberücksichtigt. Weder die Arbeitsbedingungen der Menschen, die das Lebensmittel ernten oder herstellen, noch die gesamte Energiebilanz – die ein Produkt erst ökologisch und nachhaltig macht – werden berücksichtigt.

Geht es um Kleidung, so ist nachhaltiges Einkaufen ebenfalls nicht ganz leicht. Denn oft sind Herkunft und die verwendeten Rohstoffe nicht lückenlos dokumentiert. Gleiches gilt für Möbel und eigentlich alle Gegenstände des täglichen Bedarfs.

Nachhaltiges Einkaufen ist aktiver Umwelt- und Klimaschutz

Haben Sie schon einmal von den drei Säulen der Nachhaltigkeit gehört? Die Ökologie ist nur eine davon, auch die Ökonomie und Soziales gehören dazu. Um eine sogenannte starke Nachhaltigkeit zu erreichen, müssen alle diese drei Säulen berücksichtigt werden. Die ökologische Nachhaltigkeit hat ihren Schwerpunkt darauf, Rohstoffe und andere Ressourcen so zu nutzen, dass die Lebensräume für uns und auch für künftige Generationen erhalten bleiben. Zum Umwelt- und Klimaschutz gehört ebenfalls die ökonomische Nachhaltigkeit, die ebenfalls zum Ziel hat, ressourcenschonend zu agieren und ein Wirtschaftssystem zu schaffen, bei dem Gewinne einiger weniger nicht zu Lasten von Menschen, Umwelt und Ressourcen gehen. Nachhaltiges Einkaufen befruchtet diese Aspekte der Nachhaltigkeit: Je mehr die Verbraucher umdenken und ihren ganz persönlichen Beitrag leisten, umso mehr sind auch die Konzerne und Hersteller gefordert, nachhaltig zu produzieren und zu handeln.

Tipps für nachhaltiges Einkaufen

Es wird kaum jemandem gelingen, alle Waren unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit zu konsumieren. Dies liegt zum einen daran, dass die Deklaration unvollständig ist, zum anderen daran, dass bestimmte Konsumgüter nicht oder nur unvollständig nach nachhaltigen Grundsätzen hergestellt werden (zum Beispiel Handys!).

Dennoch gibt es verschiedene Strategien und auch Wegweiser auf den Produkten selbst, wie nachhaltiges Einkaufen umgesetzt werden kann:

  • Lebensmittel sollten regional, saisonal und biologisch sein. Wann immer es möglich ist, sollten die Nahrungsmittel saisonal und regional sein. Durch geringere Lagerungs- bzw. Transportkosten wird die Ökobilanz verbessert und die ortsansässige Wirtschaft unterstützt.
  • Fleisch von Tieren sollte aus artgerechter Haltung und von regionalen Quellen kommen.
  • Achten Sie beim Kauf von Kleidung darauf, dass diese aus nachhaltiger Produktion stammt, schadstoffgeprüft ist und fair gehandelt wird. Erkennen können Sie diese Kleidung am IVN bzw. am Fairtrade-Siegel.
  • Möbel sollten aus Massivholz hergestellt sein, das mit dem FSC-Siegel versehen ist.

Insgesamt sollten Sie vor jeder Kaufentscheidung prüfen, ob das gewählte Produkt von hoher Qualität und lange haltbar ist. Denn auch das ist ein Beitrag zur Nachhaltigkeit: Wenn man Dinge mit hoher Lebensdauer hat, wird der Konsum insgesamt eingeschränkt und deutlich weniger Müll erzeugt.

Die “gläserne Bank” – Teil III: Investmentfonds – mit dem FairWorldFonds alternative Wirtschaftspolitik betreiben

 

Die Ethik-Bank bietet Ihren Kunden nur dunkelgrüne Fonds an. Mit einem Investment in den FairWorldFonds haben Anleger erstmals die Möglichkeit, entwicklungspolitisch aktiv zu werden.

Neben den Nachhaltigkeitsfonds des Schweizer Bankhauses Sarasin bietet die Ethikbank als eines der wenigen Bankhäuser in Deutschland aktiv den FairWorldFonds an. Dieser Fonds berücksichtigt nicht nur die klassischen Kriterien, welche für einen echten Nachhaltigkeitsfonds gelten, sondern geht noch einen Schritt weiter. Erstmalig berücksichtigt ein Fonds auch entwicklungspolitische Kriterien und flankiert somit als Kapitalanlage den Konsum hinsichtlich Fairtrade- und ähnlicher Produkte. Nach wie vor ist das Delta im Bewusstsein der Verbraucher irritierend. Auf der einen Seite suchen sie Konsumgüter und Nahrungsmittel, welche eine faire Behandlung und Bezahlung der Erzeuger gewährleisten, auf der anderen Seite investieren sie ihre Gelder bei den Unternehmen, deren Güter sie nicht kaufen möchten.

Welche Kriterien zeichnen den FairWorldFonds gegenüber anderen nachhaltigen Kapitalanlagen aus?

nachhaltiges Investment mit den FairWorldFondsWie Eingangs erwähnt, orientiert sich dieser Fonds auch an entwicklungspolitischen Kriterien. Diese wurden von Brot für die Welt und dem Südwind-Institut ausgearbeitet. Es wird demzufolge nur in Firmen investiert, welche in den Sektoren “Entwicklungsförderung” und der Herstellung entwicklungspolitisch sinnvoller Produkte positiv auffallen.  Unternehmen müssen mindestens zwei der folgenden Sachverhalte erfüllen, damit sie in das Portefolio des FairWorldFonds aufgenommen werden.

Die Kriterien des FairWorldFonds in der Übersicht:

  • Menschenrechte: Unternehmen fördern die Besserstellung der Arbeitnehmer, streben aktiv die Verhinderung von Verletzung der Menschenrechte an und fördern sie im Rahmen ihrer Teilnahme am Markt.
  • Nachhaltige Unternehmensführung: Die Firmenleitung wird hinsichtlich Mitarbeiterführung, Arbeitsbedingungen, Korruption und Vergütung bewertet.
  • Entwicklungskriterien: Fördert das Unternehmen Wissenstransfer, bietet es Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen? Hat die Firma Forschungsabteilungen und Entwicklung auch in Schwellenländer ausgelagert? Wie hoch ist der Anteil einheimischer Führungskräfte und werden die im jeweiligen Land erzielten Gewinne auch dort wieder reinvestiert? Diesen Fragen müssen sich die Unternehmen bei diesem Aspekt stellen.
  • Sind die Produkte sozial- und entwicklungspolitisch sinnvoll? Hier soll dieNachhaltig produziert - ja oder nein? Frage beantwortet werden, ob die hergestellten Produkte in erster Linie für die Menschen im jeweiligen Land sinnvoll sind. Das heißt, ob die im jeweiligen Schwellenland hergestellten Güter dort den tatsächlichen Bedürfnissen nach Behausung, Nahrung, medizinischer Versorgung und Bildung genügen.
  • Ökologisch sinnvolle Produkte: Dieser Aspekt ist relativ einfach abgehandelt, Unternehmen, die keine ökologisch sinnvollen Produkte herstellen, oder die Herstellung selbst ökologsich zweifelhaft ist, fallen durch das Raster des FairWorldFonds.
  • Umweltmanagement: Bei diesem Prüfkriterium wird das Umweltmanagement der Firma generell untersucht, beispielsweise Frischwasserverbrauch oder CO2-Ausstoß.
  • Umweltmanagement in Entwicklungs- und Schwellenländern: Der letzte Punkt des Kriterienkataloges beschäftigt sich explizit mit dem Umweltmanagement im jeweiligen Land. Hier stehen die Klimapolitik im Vordergrund und die Maßnahmen, welche zum aktiven Umweltschutz vor Ort ergriffen werden.

Federführend bei der Emission und Verwaltung des FairWorldFonds ist die Union Invest, Kapitalanlagegesellschaft der Volks- und Raiffeisenbanken.

Uwe Rabolt

www.parole-migliori.de

 Bildnachweis:

Bild 1: 570739 by I. Rasche, pixelio.de

Bild 2: 515699 by Reiner Schedl, pixelio.de

Die “gläserne Bank” Teil II – Öko-Kredit: mit niedrigen Zinsen das Haus ökologisch optimieren

 

Ethikbank vergibt Öko-Kredit mit maximal 4,4% effektivem Jahreszins auch an Freiberufler und Selbstständige.

Immer mehr Menschen finden ökologisch sinnvolle Veränderungen in ihrem Umfeld nicht nur sinnvoll, sondern möchten selbst ökologische Projekte finanzieren. Sei es, dass Sie eine Solaranlage für die eigenen vier Wände installieren möchten, sei es, die ökologische Optimierung des Wohninnen- oder aussenbereiches – der Öko-Kredit der Ethikbank ist eine zinsgünstige Alternative am Markt.

In der Zinsgestaltung des Darlehens, das zwischen 3.000 und 40.000 Euro vergeben wird, unterscheidet die Ethikbank zwei Varianten, Laufzeiten bis fünf Jahre und Kreditlaufzeiten über fünf Jahre. Bei einer Laufzeit bis fünf Jahre beträgt der effektive Jahreszins 4,13 % p.a. (4,0% p.a. nominal), bei längeren Laufzeiten 4,4% p.a. (4,25% p.a. nominal). Das Darlehen wird nicht nur an Arbeitnehmer, sondern auch an Freiberufler und Selbstständige vergeben – ein Umstand der in der Welt der Ratenkredite nicht alltäglich ist. Die 100%ige Auszahlung erfolgt nach Vorlage der Rechnungen. Ein weiteres Plus des Öko-Kredites ist der Verzicht der Abtretung für die Einspeisevergütung bei Solaranlagen.

Bei entsprechender Bonität der Antragsteller erfolgt die Kreditzusage innerhalb von 30 Minuten. Vor diesem Hintergrund ermöglicht die Ethikbank eine schnelle und unkomplizierte ökologische Aufwertung des eigenen Umfeldes. Über ökologische Baumaßnahmen hinaus wird der Kredit auch für die Umsetzung sozialer Projekte vergeben.

Die “gläserne Bank” Teil I – Wie wäre es mit einem ethisch gen-freien Konto?

 

Stellen wir uns einmal vor, ein nachhaltig und ethisch einwandfrei agierender Landwirt hat einen seiner Äcker neben einem Versuchsgebiet für gen-veränderten Mais eines Unternehmens der Agro-Chemie. Unser Landwirt, mit geringen Margen wirtschaftend, trägt sein verdientes Geld zu seiner örtlichen Bank. In seinem Wertpapierdepot liegen natürlich nur Aktien und Fondsanteile von Unternehmen und Fonds, die nachgewiesener Maßen ethisch vertretbar sind und nachhaltigen Standards entsprechen. Um Gelder, die er nicht sofort, aber absehbar benötigt, zumindest leicht verzinst anzulegen, unterhält er noch ein Tagesgeldkonto – so weit, so gut.

Refinanzierung von Kundeneinlagen ist ethisch betrachtet oft kritisch

Banken refinanzieren die Zinsen für Einlagen, sprich Spar-,  Tages- und Termingeldkonten, nicht nur durch die Zinseinnahmen aus Krediten, sondern auch durch Re-Investitionen in Wertpapiere anderer Unternehmen. Das genau ist die Krux für unseren Landwirt – aktiv im Widerstand gegen genetisch verändertes Gemüse erwirtschaftet er seine Zinsen auf dem Tagesgeldkonto mit großer Wahrscheinlichkeit auch aus Unternehmensanleihen gerade der Unternehmen, die ihm ein Dorn im Auge sind – nur: er weiß es nicht. Kaum ein Kreditinstitut steht öffentlich zu seiner Anlagepolitik, respektive legt detailliert offen, wo und in welchem Umfang Kundengelder investiert sind. Eine Mitsprache der Kunden bezüglich der Re-Investitionen ist in Deutschland eigentlich völlig undenkbar – wirklich?

Kundenbefragung per Internet – eine Bank macht es vor

Nicht wirklich – es gab dieses in der deutschen Bankenlandschaft einmalige Ereignis: Die Kunden einer Bank haben darüber abgestimmt, ob eine Wertpapierposition im Portfolio der Bank verbleiben soll oder, ethisch gesehen, gegen die Ansprüche der Anleger verstößt.

Gehen wir ein paar Jahre, genau genommen in das Jahr 2002, zurück. Eine kleine, im thüringischen Eisenberg angesiedelte Volksbank, die Volksbank Eisenberg, gründet eine Zweigniederlassung – die EthikBank. Der Vorstandsvorsitzende der beiden Banken, Klaus Euler, erzählt später gerne, dass die damals noch nicht dem Vorstand angehörende Mitarbeiterin Sylke Schröder eine Vision verfolgte, die ihn letztendlich überzeugte. Die Gründung einer Bank, deren Prinzip nicht das gnadenlose Geldvermehren ist, sondern eine Verbindung aus Bankgeschäft und ethisch, nachhaltigen und ökologischen Prinzipien, die letztendlich zu einer win-win Situation für alle Beteiligten führen. “Alle Beteiligten” sind nicht nur Bank und Kunden, sondern im Rahmen des sozial-politischen Engagements des Unternehmens unbeteiligte Dritte in Afghanistan, Bulgarien und den Ländern der Dritten Welt.

Die ethisch zu berücksichtigenden Prinzipien, die das Unternehmen von Anfang an in den Fokus der Geschäftspolitik stellte, führten auch zu der zitierten Kundenbefragung. Das Portfolio der EthikBank enthielt ein kleines Aktienpaket der Allianz, die wiederum Aktien an der EADS hält – die EADS ist bekanntermaßen auch im Rüstungsbereich aktiv. Die Frage des Vorstandes war, ist das Aktienpaket der Allianz klein genug, als dass es akzeptabel ist oder soll der Gedanke der “gläsernen Bank” bis in die letzte Konsequenz umgesetzt werden und die Entscheidung “Allianz ja oder nein” den Anlegern überlassen werden?

Das Unternehmen entschied sich für eine Kundenbefragung – die Anleger haben sich deutlich gegen die Allianz ausgesprochen.

Die EthikBank – Idee und Umsetzung 

2002 wurde die EthikBank gegründet – bereits über die Tagesgeldkonten der Volksbank Eisenberg hatten die Anleger die Möglichkeit, Gelder an ethisch ausgerichtete und ökologische Projekte zu spenden – die Bank wollte einen Schritt weiter gehen. Durch gezielte Anlage der Kundengelder in Wertpapiere und Investments, die den Vorstellungen der Kundenzielgruppe des Unternehmens entsprechen, wird aktiv die Akzeptanz oder Ablehnung von Unternehmen praktiziert, die nicht den allgemein gültigen ethischen und nachhaltigen Grundsätzen entsprechen und andererseits durch den fokusierten Einsatz der Gelder am Finanzmarkt Unternehmen mit ethischer Ausrichtung gestärkt. Auf der Aktiv-Seite, der Kreditvergabe, verzichtet das Kreditinstitut völlig auf die Finanzierung herkömmlicher Kunden-Investitionen. Kredite stehen jeweils in einem direkten Zusammenhang mit nachhaltigen und sozialen Projekten.

Noch einmal: wie wäre es mit einem gen- oder atom-freien Konto?

Die Geschäftspolitik der Ethik-Bank lässt keinen Zweifel daran, dass dort investierte Gelder, seien es Einlagen oder Guthaben auf Girokonten, nicht in ethisch diskussionswürdige Anlagen fließen. Teilnehmer an einer Anti-Atomkraft-Demonstration wissen vielleicht nicht, dass ihre Ausgaben durch den Zinsertrag aus Anleihen der Atomindustrie finanziert werden, wären aber noch begeisterter, wenn sie sich bewusst sein könnten, dass ihr Bankkonto atom-frei ist.

Sylke Schröder, im Vorstand der EthikBank unter anderem für Marketing verantwortlich, hat in einem Interview geäußert, dass es ihr Ziel sei, dass ethisches Banking den gleichen Stellenwert und Bekanntheitsgrad bei den Verbrauchern genießen wird, wie ungespritzte Äpfel vom Bio-Bauer. Die kleine Direkt-Bank ist auf dem Weg dazu.

 

Klimawandel – Ist die Erderwärmung noch aufzuhalten?

 

Der Kohlendioxidgehalt in unserer Atmosphäre steigt kontinuierlich an. Bereits seit mehr als 60 Jahren weiß man, dass dieser Anstieg zu einer Verdichtung der Gashülle um unseren Planeten führt. Diese Verdichtung wiederum führt zur globalen Erwärmung und damit zum Klimawandel, der bereits heute schon Auswirkungen auf das Leben auf der Erde hat.

Der Mensch als Verursacher des Klimawandels

Mit dem Beginn der Industrialisierung wurden Schadstoffe in hohen Mengen in die Atmosphäre entlassen. Niemand machte sich zum Ende des 19. Jahrhunderts Gedanken über Themen wie Treibhauseffekt und Umweltverschmutzung. Der Klimawandel ist das Resultat dieser Gedankenlosigkeit. Während die Umweltverschmutzung durch ausgestoßene Schadstoffe schon relativ früh ins Bewusstsein rückte, ist der – für uns weitgehend unsichtbare – Treibhauseffekt lange Zeit verdrängt und verharmlost worden. Schädliche Treibhausgase wie Kohlendioxid, Methan, Wasserdampf, Distickstoffe, Flourkohlen- und Flourkohlenwasserstoffe wurden und werden weiterhin in großen Mengen in die Atmosphäre geleitet und zwar nicht nur durch die Industrie, sondern in hohem Maße auch durch die privaten Haushalte, die durch ihren großen Energiebedarf hauptsächlich CO2 emittieren. Zusammen mit den anderen Treibhausgasen verstärkt das Kohlendioxid den Treibhauseffekt.

Eine Glocke aus Gas – Wie der Treibhauseffekt den Klimawandel verursacht

Die Gasglocke um unsere Atmosphäre war und ist die Bedingung dafür, dass auf der Erde Leben möglich ist. Sie hält die Wärme, die von der Sonne auf die Erde abgestrahlt ist in der Atmosphäre und sorgt für erträgliche Temperaturen, bei denen organisches Leben gedeihen kann. Durch die Emittierung der Treibhausgase durch den Menschen hat sich dieser Effekt allerdings in den letzten Jahren verstärkt: Die Gashülle ist dichter geworden, das auf die Erde abgestrahlte Sonnenlicht kann nicht mehr entweichen und verursacht damit die globale Erwärmung.

Wie kann der Mensch den Klimawandel aufhalten?

Schon seit zwei Jahrzehnten wird der Klimawandel und vor allem auch seine Eindämmung thematisiert. Auf dem Weltklimagipfel in Brasilien wurde die Agenda 21 verfasst, die wichtige Richtlinien für die Staaten der Erde beinhaltet. Diese Leitlinien sollen dazu dienen, den Klimawandel zu stoppen und die Erde als Lebensraum für den Menschen zu erhalten. Das Hauptziel muss sein, die CO2-Emissionen und die Emissionen der anderen Treibhausgase zu stoppen. Als effektive Maßnahmen gelten die Nutzung von erneuerbaren Energiequellen sowie die Einsparung von Energie und die Steigerung der Effizienz.

Was sind eigentlich Ökos?

 

Wer alt genug ist, erinnert sich mit Sicherheit an einen Prototyp der 1990er: Die „Ökos“, eine Menschengruppe in Norweger Pullovern und Birkenstockschuhen, die für ökologischen Konsum, Umweltschutz, aber auch für den Verzicht plädierten. Die Ökos von damals gibt es heute in dieser Form nicht mehr.

Die zweite große Umweltbewegung – die Ökos werden geboren

Umweltbewegungen gibt es bereits sehr lange, schon um das Jahr 1800 herum formierten sich Menschen, die sich um den Schutz von Natur und Umwelt sorgten. In den 1970er bis 1990er Jahren kam die sogenannte zweite große Umweltbewegung auf, deren Mitstreiter schnell diverse Spitznamen weg hatten: Darunter weniger schmeichelhaft, wie zum Beispiel „Müslifresser“ oder etwas neutralere wie die Bezeichnung „Ökos“. Den Anhängern der Umweltbewegung ging es zum einen um gelebten Umweltschutz, zum anderen aber auch um veränderte Werte im Denken, Handeln und Leben. In der Regel waren die Ökos damals auch politisch motiviert. Die Öko-Bewegung war größtenteils links, nicht selten sogar links-radikal und in der Regel schon durch die äußere Erscheinung zu erkennen. Neben dem fast schon klischeehaften Norwegerpullover waren Kleidungsstil und Outfit durch Batikmuster, lange offene Haare und ein oft unkonventionelles Erscheinungsbild geprägt. Aus dieser Gruppe entstanden in den 1980er Jahren die Grünen, die im Jahr 1983 als bunte und lärmende Truppe in den Bundestag einzog und den Leitgedanken der Nachhaltigkeit in das politische Bewusstsein rückten. Neben den umweltorientierten Ökos trugen auch Menschen aus der Anti-Atomkraft-, der Friedens- und der Frauenbewegung zur Entstehung der Partei bei.

Das Lifestyle- und Kaufverhalten der Ökos – damals und heute

Während die Ur-Ökos häufig so möglich wie wenig konsumierten und mehr auf Selbstversorgung setzen, hat sich das Kaufverhalten in vielen Bereichen verändert. Der Konsumverzicht, der im Bewusstsein der Umweltbewegung der 90er Jahre noch fest verankert war, spielt heute kaum eine Rolle mehr. Zu sehr sind auch die Ökos vom Lifestyle infiziert, der Wunsch, Dinge zu besitzen und es vor allem auch möglichst bequem zu haben, ist fest verankert. „Bio na klar!“ aber bitte mit Convenience ist das neue Schlagwort, dass das Konsumverhalten bestimmt. Auch die Lebensgewohnheiten der alten und neuen Ökos unterscheiden sich grundlegend. Die Ur-Ökos wohnten in Wohngemeinschaften und man teilte sich ein Auto, das sparte natürlich Geld, aber auch Energie und Ressourcen; gekocht wurde gemeinsam, gegessen wurde, was die Saison oder der eigene Gemüsegarten hergab.

Der Neo-Öko von heute greift im Bio-Supermarkt ohne Bedenken auch zu industriell stark verarbeiteten Lebensmitteln, denn er steht voll im Job und hat dementsprechend wenig Zeit zur Nahrungszubereitung. Das kann zum Problem für zwei wesentliche Aspekte der ökologischen Nachhaltigkeit werden: Denn regionale und saisonale Produkte, die vor allem in der Kombination einen hohen Stellenwert im nachhaltigen Konsum haben, könnten mehr und mehr zu Gunsten von „Convenience Food“ vom Markt verdrängt werden.

Vom Basic zum Lifestsyle Öko

Heute ist die Gruppe der Ökos fast ausgestorben, bzw. zu einer gesellschaftlichen Randerscheinung geworden. Es gibt sie durchaus noch, sie spielen in unserem profitorientiertem Wirtschaftssystem jedoch kaum mehr eine Rolle, umso mehr, da sie weder kaufkräftige Kunden noch starke politische Kraft bilden. Anders dagegen sieht es mit den Neo- oder Lifestyle Ökos aus, die auch als LOHAS , das bedeutet „Lifestyle of Health and Sustainability“ bezeichnet werden. Aus den einstigen Umwelt-Aktivisten sind finanzstarke Konsumenten geworden, Tendenz steigend. Nachhaltiger Konsum steht an erster Stelle, wenn es um Lebensmittel, Kleidung, aber auch um Energie geht. Der LOHAS von heute konsumiert bewusst und es macht ihm nichts aus, etwas mehr Geld für die Waren und Dienstleistungen auszugeben. Am ehesten könnte man die jüngst entstandene Gruppe der sogenannten LOVOS mit den Ökos der 1990er vergleichen. Das sind Personen, die einen „Lifestyle of Voluntary Simplicity“, also einen einfachen, von Konsumverzicht geprägten Lebensstil führen. Folgt man den Ausführungen der Autorin Kathrin Hartmann in ihrem Buch Ende der Märchenstunde, ist dieser Lifestyle der einzige, der für die Welt das Ruder herumreißen könnte, denn es bringt uns nicht weiter, nur den ökologischen Aspekt der Nachhaltigkeit zu berücksichtigen, Ökonomie und Soziales aber außen vor zu lassen.

Was ist Nachhaltigkeit?

 

Der Begriff ist in aller Munde – Politiker, Umweltschützer, Unternehmen – Nachhaltigkeit ist das neue und werbewirksame Aushängeschild. Viele Menschen haben jedoch nur eine diffuse Vorstellung, was es eigentlich heißt nachhaltig zu leben, nachhaltige Produkte zu konsumieren oder nachhaltig zu reisen.

Nachhaltigkeit – bekannt seit fast 300 Jahren

Der Begriff Nachhaltigkeit stammt wurde in der Forstwirtschaft des 18. Jahrhunderts zum ersten Mal geprägt. Es ging darum, dass niemals mehr Holz in einem Wald geschlagen werden durfte, als der Wald verkraften konnte, ohne in seinem Wachstum und seinem Bestand beeinträchtigt zu werden. Das gewährleistete die Nutzbarkeit für spätere Generationen.

Nachhaltigkeit heute bezieht sich auf viel mehr als nur unsere Wälder, meint aber das Gleiche, nämlich einen schonenden Umgang mit unseren Ressourcen. Als Ressourcen kann nahezu alles bezeichnet werden, was wir zum Leben brauchen: Luft, Wasser und unseren Lebensraum Erde. Rohstoffe, die nur begrenzt auf der Erde vorhanden sind, wie etwa Erdgas und Erdöl dürfen nur in dem Maß eingesetzt werden, in dem andere Technologien ihren Verbrauch ersetzen können. Schließlich bedeutet Nachhaltigkeit auch, dass Stoffe, die in die Umwelt abgegeben werden, nur so dosiert sein dürfen, dass die Ökosysteme der Erde das verkraften und kompensieren können.

Nachhaltigkeit ist mehr als Umweltschutz

Nachhaltigkeit ist aber noch viel mehr als Umweltschutz und die Bewahrung von Rohstoffen. Es bedeutet auch, dass die Menschen, die in Produktionsprozessen integriert sind, vertretbare Arbeitsbedingungen vorfinden und angemessen bezahlt werden. Schließlich betrifft die Nachhaltigkeit auch noch die Ökonomie. Nachhaltiges wirtschaften bedeutet, dass unsere Bedürfnisse befriedigt werden, gleichzeitig aber auch an die folgenden Generationen gedacht wird, die ebenso das Recht haben, ein intaktes Ökosystem zu nutzen. Wirtschaftliches Wachstum ist nötig, um den Umweltschutz voranzutreiben, ökonomische Nachhaltigkeit wiederum bedeutet, dass dieses Wachstum nicht grenzenlos sein darf, sondern sich im Gleichgewicht mit den Ressourcen und den menschlichen Bedürfnissen befindet.