Die “gläserne Bank” – Teil III: Investmentfonds – mit dem FairWorldFonds alternative Wirtschaftspolitik betreiben

26. Februar 2012
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Die Ethik-Bank bietet Ihren Kunden nur dunkelgrüne Fonds an. Mit einem Investment in den FairWorldFonds haben Anleger erstmals die Möglichkeit, entwicklungspolitisch aktiv zu werden.

Neben den Nachhaltigkeitsfonds des Schweizer Bankhauses Sarasin bietet die Ethikbank als eines der wenigen Bankhäuser in Deutschland aktiv den FairWorldFonds an. Dieser Fonds berücksichtigt nicht nur die klassischen Kriterien, welche für einen echten Nachhaltigkeitsfonds gelten, sondern geht noch einen Schritt weiter. Erstmalig berücksichtigt ein Fonds auch entwicklungspolitische Kriterien und flankiert somit als Kapitalanlage den Konsum hinsichtlich Fairtrade- und ähnlicher Produkte. Nach wie vor ist das Delta im Bewusstsein der Verbraucher irritierend. Auf der einen Seite suchen sie Konsumgüter und Nahrungsmittel, welche eine faire Behandlung und Bezahlung der Erzeuger gewährleisten, auf der anderen Seite investieren sie ihre Gelder bei den Unternehmen, deren Güter sie nicht kaufen möchten.

Welche Kriterien zeichnen den FairWorldFonds gegenüber anderen nachhaltigen Kapitalanlagen aus?

Wie Eingangs erwähnt, orientiert sich dieser Fonds auch an entwicklungspolitischen Kriterien. Diese wurden von Brot für die Welt und dem Südwind-Institut ausgearbeitet. Es wird demzufolge nur in Firmen investiert, welche in den Sektoren “Entwicklungsförderung” und der Herstellung entwicklungspolitisch sinnvoller Produkte positiv auffallen.  Unternehmen müssen mindestens zwei der folgenden Sachverhalte erfüllen, damit sie in das Portefolio des FairWorldFonds aufgenommen werden.

Die Kriterien des FairWorldFonds in der Übersicht:

  • Menschenrechte: Unternehmen fördern die Besserstellung der Arbeitnehmer, streben aktiv die Verhinderung von Verletzung der Menschenrechte an und fördern sie im Rahmen ihrer Teilnahme am Markt.
  • Nachhaltige Unternehmensführung: Die Firmenleitung wird hinsichtlich Mitarbeiterführung, Arbeitsbedingungen, Korruption und Vergütung bewertet.
  • Entwicklungskriterien: Fördert das Unternehmen Wissenstransfer, bietet es Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen? Hat die Firma Forschungsabteilungen und Entwicklung auch in Schwellenländer ausgelagert? Wie hoch ist der Anteil einheimischer Führungskräfte und werden die im jeweiligen Land erzielten Gewinne auch dort wieder reinvestiert? Diesen Fragen müssen sich die Unternehmen bei diesem Aspekt stellen.
  • Sind die Produkte sozial- und entwicklungspolitisch sinnvoll? Hier soll die Frage beantwortet werden, ob die hergestellten Produkte in erster Linie für die Menschen im jeweiligen Land sinnvoll sind. Das heißt, ob die im jeweiligen Schwellenland hergestellten Güter dort den tatsächlichen Bedürfnissen nach Behausung, Nahrung, medizinischer Versorgung und Bildung genügen.
  • Ökologisch sinnvolle Produkte: Dieser Aspekt ist relativ einfach abgehandelt, Unternehmen, die keine ökologisch sinnvollen Produkte herstellen, oder die Herstellung selbst ökologsich zweifelhaft ist, fallen durch das Raster des FairWorldFonds.
  • Umweltmanagement: Bei diesem Prüfkriterium wird das Umweltmanagement der Firma generell untersucht, beispielsweise Frischwasserverbrauch oder CO2-Ausstoß.
  • Umweltmanagement in Entwicklungs- und Schwellenländern: Der letzte Punkt des Kriterienkataloges beschäftigt sich explizit mit dem Umweltmanagement im jeweiligen Land. Hier stehen die Klimapolitik im Vordergrund und die Maßnahmen, welche zum aktiven Umweltschutz vor Ort ergriffen werden.

Federführend bei der Emission und Verwaltung des FairWorldFonds ist die Union Invest, Kapitalanlagegesellschaft der Volks- und Raiffeisenbanken.

Uwe Rabolt

www.parole-migliori.de

 

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