Warum Bio Baumwolle nicht nur ein Trend sein sollte

Bio BaumwolleBaumwolle gehört zu den wichtigsten Fasern in der Bekleidungsindustrie. Und nicht nur dort, denn Baumwolle findet auch Anwendung in der Kosmetik und Medizin, in der Papierindustrie und bei der Herstellung von Banknoten, aber auch bei der Produktion von Sprengstoff und Munition. Baumwolle ist weltweit ein Milliardengeschäft, an dem sich einige Wenige dumm und dämlich verdienen. Auf der ganzen Welt leben etwa 20 Millionen Menschen vom Anbau der Baumwolle und das auf Kosten der Natur. Das „weiße Gold“, wie die Baumwolle gern genannt wird, ist aber nicht für alle goldig.

Das Geschäft mit dem Anbau von Baumwolle

Riesige Baumwollfelder gibt es in den USA, die dort als Monokultur angebaut und mit modernen Maschinen geerntet werden. Das geht natürlich auf Kosten der Natur. Aber das interessiert hier kaum jemandem. Logisch auch, dass der kleine Baumwoll-Bauer aus Afrika dabei nicht mithalten kann. Er muss für wenige Cent am Tag schufften, um den Unterhalt für seine Familie zu verdienen. Laut Unicef sollen allen in Usbekistan etwa zwei Millionen Kinder bei der Ernte jedes Jahr helfen müssen. Weltweit sind es viele Millionen Kinder, die in diesem Bereich arbeiten.

Baumwolle – gib uns unser täglich Gift

Bio BaumwolleDer Anbau und die Pflege herkömmlicher Baumwolle ist giftig. Hier geht es um möglichst geringe Verluste und wenig Arbeit bei der Pflanzenpflege. Schließlich soll der Profit, von dem der kleine Bauer oder Angestellte natürlich nichts sieht, möglichst hoch sein. Bis zu 20 mal wird Baumwolle pro Jahr gespritzt. Circa 11 Prozent aller Pestizide und 25 Prozent aller Insektizide, die auf der Welt verwendet werden, werden im Anbau von Baumwolle eingesetzt. Umgerechnet bedeutet das, dass Sie in einem T-Shirt etwa 150 Gramm Gift mit sich rumtragen – in einem einzigen T-Shirt! Durch den Einsatz von Pestiziden, Insektiziden und Herbizide sterben jedes Jahr etwa 20.000 Menschen an den Folgen des Gifteinsatzes.

Darf es ein bisschen Gentechnik sein?

Bei Baumwolle im konventionellen Anbau werden keine natürlichen Pflanzen mehr eingesetzt. Die meisten Pflanzen sind gentechnisch verändert. In Indien beträgt der Anteil an gentechnisch veränderten Pflanzen 80 Prozent, in den USA sind es sogar 90 Prozent. Bei gentechnisch veränderten Pflanzen müssen erst einmal weniger Gifte zum Einsatz kommen, da die Pflanzen so manipuliert wurden, dass sie gegen verschiedene Schädlinge immun sind. Dafür rücken aber neue Schädlinge nach, für die wieder neue Gifte entwickelt werden müssen und wieder gesprüht werden muss. Mit der Zeit bildet sich eine Resistenz. Dazu kommt, dass genmanipuliertes Saatgut sehr teuer ist. Eine Kennzeichnungspflicht für diese Baumwolle gibt es nicht. Sie wissen also nie, was Sie da kaufen und tragen.

Baumwolle schädigt die Natur intensiv

Baumwolle schädigt die Natur. Das klingt für Sie bestimmt unglaublich, ist doch Baumwolle ein natürliches Material. Doch für die Produktion von nur einem T-Shirt werden Unmengen an Energie und Wasser verbraucht. Für nur ein Shirt sind 2.000 Liter Wasser notwendig. Ja, Sie haben richtig gelesen – 2.000 Liter. Rechnet man das Färben des T-Shirts noch dazu, kommt man sogar auf stolze 15.000 Liter. Die Folgen für die Natur sind unglaublich. Der Aralsee, einst ein fischreiches Gewässer, war mit einer Größe von 68.000 Quadratkilometern der viertgrößte See der Welt. Heute verfügt er über eine Fläche von gerade mal 13.900 Quadratkilometer. Schuld daran ist maßgeblich der Baumwoll-Anbau, der hier eine der größten Umweltkatastrophen der Erde ausgelöst hat.

Was ist denn nun Bio Baumwolle?

Bio Baumwolle stammt aus einem biologischen Anbau. Dabei dürfen in den letzten drei Jahren keine chemischen oder synthetischen Düngemittel eingesetzt werden. Es darf keine genmanipuliertes Saatgut eingesetzt werden und der Anbau darf nicht als Monokultur erfolgen. Bio Baumwolle ermöglicht eine artenreichen Umwelt und fruchtbare Böden. Um Schädlinge zu bekämpfen werden verschiedene Insekten eingesetzt. Der Anbau von Baumwolle auf den Feldern darf nur aller drei Jahre erfolgen, eine Fruchtfolge muss geben sein. Zwischen dem Anbau von Bio Baumwolle werden andere Bio Produkte angebaut.

Beim Anbau von Bio Baumwolle stellt Humus einen natürlichen Dünger dar, der auch Wasser besser speichert. Beim Anbau von Bio Baumwolle kommt der größte Teil des genutzten Wassers aus dem Regen. Künstliche Bewässerungen sind nur im geringen Umfang notwendig.

Natürlich ist Bio Baumwolle etwas teurer. Die höheren Preise kommen auch durch die Ernte per Hand ohne den Einsatz von Entlaubungsmitteln, was für eine höhere Qualität sorgt. Und letztendlich ist eine gesunde Umwelt den Preis doch wert. Eine faire und nachhaltige Produktion von Baumwollkleidung ist durchaus möglich und muss unbedingt weiter ausgebaut werden.

Anerkannte Siegel, an denen Sie Bio Baumwolle erkennen, sind unter anderem das Siegel des Internationalen Verbandes der Naturtextilwirtschaft, das Fairtrade-Siegel oder das Öko-Tex 100 Siegel. Es gibt aber noch andere Siegel, die allerdings teilweise sehr wenig aussagen. Hier sollten Sie sich als Kunde vor dem Kauf informieren. Produkte aus Bio Baumwolle bietet unter anderen der Onlineshop GREEN SHIRTS® und der Onlineshop Grundstoff. Aber auch bei Amazon sind Produkte aus Bio Baumwolle zu finden.

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