Mit LED Strom zu sparen, ist heute vergleichsweise einfach. Die Technik hat klassische Glüh- und Halogenlampen im Haushalt weitgehend verdrängt. LEDs benötigen für eine vergleichbare Helligkeit deutlich weniger Strom und können gleichzeitig viele Jahre halten.
Trotzdem bedeutet das nicht, dass jede neue LED-Leuchte automatisch eine nachhaltige Anschaffung ist. Neben dem Stromverbrauch spielen auch Lebensdauer, Reparierbarkeit, austauschbare Leuchtmittel und die richtige Entsorgung eine Rolle. Und nicht jede funktionierende Lampe muss sofort ersetzt werden.
Hier erfährst du, wann sich LEDs besonders lohnen, worauf du beim Kauf achten kannst und wie du bei der Beleuchtung tatsächlich Strom sparst.
Warum lässt sich mit LED so viel Strom sparen?
Der entscheidende Vorteil von LEDs liegt in ihrer hohen Energieeffizienz. Sie erzeugen aus vergleichsweise wenig elektrischer Energie viel Licht.
Eine klassische Glühlampe erzeugt dagegen einen großen Teil ihrer Energie als Wärme. Deshalb benötigte eine frühere 60-Watt-Glühlampe beispielsweise rund 60 Watt elektrische Leistung, um etwa 700 Lumen Licht zu erzeugen. Moderne LEDs erreichen eine vergleichbare Helligkeit mit erheblich geringerer Leistungsaufnahme.
Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass der Austausch von Glüh- und Halogenlampen gegen LEDs den Stromverbrauch für die jeweilige Beleuchtung stark reduzieren kann.
Wie groß deine persönliche Ersparnis ist, hängt allerdings davon ab, welche Lampe du ersetzt, wie leistungsstark die neue LED ist und wie lange das Licht täglich eingeschaltet bleibt.
Eine Lampe, die jeden Abend mehrere Stunden leuchtet, bietet entsprechend mehr Einsparpotenzial als eine Kellerlampe, die nur wenige Minuten pro Woche eingeschaltet wird.
Lumen statt Watt: So findest du die passende LED
Beim Kauf von Glühlampen war Watt früher gleichzeitig eine grobe Orientierung für die Helligkeit. Bei LEDs funktioniert das nicht mehr.
Watt beschreibt den Stromverbrauch beziehungsweise die Leistungsaufnahme einer Lampe. Für die Helligkeit ist dagegen der Lichtstrom in Lumen (lm) entscheidend.
Je höher der Lumenwert, desto mehr Licht gibt eine Lampe ab.
Eine frühere 60-Watt-Glühlampe erzeugte ungefähr 700 Lumen. Wenn du eine solche Lampe ersetzen möchtest, kannst du dich deshalb zunächst an diesem Lumenwert orientieren und anschließend verschiedene LEDs hinsichtlich ihres Stromverbrauchs vergleichen.
Dabei gilt: Liefert eine LED die gewünschte Helligkeit mit weniger Watt, arbeitet sie effizienter.
Auf der Verpackung findest du außerdem den Energieverbrauch in Kilowattstunden pro 1.000 Betriebsstunden. Auch diese Angabe erleichtert den Vergleich verschiedener Modelle.
Das neue Energielabel für LED-Lampen verstehen
Bei Lichtquellen gilt mittlerweile wieder die Energieeffizienzskala von A bis G.
Das kann zunächst verwirrend sein. Eine LED mit Effizienzklasse E oder F sieht auf den ersten Blick möglicherweise wenig sparsam aus. Die heutigen Klassen lassen sich jedoch nicht direkt mit den früheren Klassen A+, A++ oder A+++ vergleichen.
Die Skala wurde bewusst neu angelegt und enthält wieder Spielraum für technische Verbesserungen.
Deshalb ist eine LED in einer scheinbar niedrigen Energieeffizienzklasse nicht automatisch ein Stromfresser. Für einen sinnvollen Vergleich kannst du neben der Effizienzklasse auch darauf achten, wie viele Lumen die Lampe liefert und wie hoch ihre Leistungsaufnahme ist.
Wie viel Geld kannst du mit LED sparen?
Wie stark sich LEDs auf deiner Stromrechnung bemerkbar machen, lässt sich mit einer einfachen Rechnung abschätzen:
Leistung in Watt × Betriebsstunden ÷ 1.000 = Stromverbrauch in Kilowattstunden
Diesen Wert multiplizierst du anschließend mit deinem persönlichen Strompreis.
Ein vereinfachtes Beispiel:
Eine alte Halogenlampe benötigt 50 Watt, eine ausreichend helle LED dagegen beispielsweise 8 Watt.
Bei drei Stunden Nutzung täglich ergeben sich pro Jahr rund 1.095 Betriebsstunden.
Die Halogenlampe verbraucht damit etwa 54,8 Kilowattstunden im Jahr, die 8-Watt-LED nur etwa 8,8 Kilowattstunden.
Die Differenz beträgt rund 46 Kilowattstunden pro Jahr.
Wie viele Euro du tatsächlich sparst, hängt von deinem aktuellen Stromtarif ab. Statt mit einem pauschalen Strompreis zu rechnen, lohnt sich deshalb ein Blick auf deine letzte Stromabrechnung.
Besonders interessant ist der Austausch dort, wo Lampen häufig und lange eingeschaltet sind.
Solltest du funktionierende Halogenlampen sofort durch LEDs ersetzen?
Diese Frage lässt sich nicht für jede Situation gleich beantworten.
Bei häufig genutzten Halogenlampen kann ein vorzeitiger Austausch energetisch und finanziell sinnvoll sein, weil der Unterschied beim Stromverbrauch groß ist. Die Verbraucherzentrale empfiehlt grundsätzlich den Wechsel von Halogenlampen zu LEDs.
Bei einer Lampe, die nur selten genutzt wird, fällt die mögliche Stromersparnis dagegen deutlich geringer aus. Dann kannst du auch berücksichtigen, dass für jede neue LED Rohstoffe benötigt werden und bei ihrer Herstellung ebenfalls Umweltwirkungen entstehen.
Ein sinnvoller Mittelweg kann deshalb sein: Tausche besonders häufig genutzte und stromintensive Lampen zuerst aus und prüfe bei selten verwendeten Leuchtmitteln individuell, ob ein sofortiger Austausch wirklich nötig ist.
Wie lange halten LED-Lampen?
Eine lange Lebensdauer gehört zu den großen Vorteilen der LED-Technik. Allerdings solltest du Werbeangaben nicht als Garantie verstehen.
Die Verbraucherzentrale nennt für viele angebotene LEDs Größenordnungen von etwa 25.000 Betriebsstunden. Wie lange eine Lampe im Alltag tatsächlich funktioniert, hängt unter anderem von ihrer Qualität, Wärmeentwicklung, Elektronik, Schalthäufigkeit und den Betriebsbedingungen ab.
Eine möglichst lange Lebensdauer ist aus Nachhaltigkeitssicht besonders interessant: Je länger ein Produkt genutzt werden kann, desto seltener müssen neue Lampen produziert und alte entsorgt werden.
Beim Kauf lohnt sich deshalb nicht nur der Blick auf den Preis und die Energieeffizienz. Auch die angegebene Lebensdauer und Schaltfestigkeit können wichtige Entscheidungskriterien sein.
Austauschbare LED oder fest verbaute LED?
Ein Punkt wird beim Kauf neuer Leuchten leicht übersehen: Bei vielen modernen Modellen sind LEDs fest eingebaut.
Das ermöglicht zwar sehr flache oder besondere Designs, kann aus Sicht der Ressourcenschonung aber Nachteile haben. Ist das LED-Modul oder die zugehörige Elektronik defekt und nicht austauschbar, kann im ungünstigsten Fall eine ansonsten noch einwandfreie Leuchte unbrauchbar werden.
Wenn du eine neue Leuchte kaufst, kannst du deshalb prüfen:
- Ist das Leuchtmittel austauschbar?
- Kann ein LED-Modul ersetzt werden?
- Sind Ersatzteile erhältlich?
- Wie lange sollen LED und Elektronik halten?
Eine vorhandene, funktionierende Leuchte mit austauschbarem Leuchtmittel weiterzuverwenden und lediglich eine passende LED einzusetzen, kann ressourcenschonender sein als der Kauf einer komplett neuen LED-Leuchte.
Welche Lichtfarbe ist für welchen Raum geeignet?
Stromverbrauch ist nicht alles. Eine effiziente Lampe bringt wenig, wenn ihr Licht dort unangenehm wirkt, wo du sie einsetzen möchtest.
Die Lichtfarbe wird in Kelvin (K) angegeben.
Warmweißes Licht liegt typischerweise im Bereich um 2.700 bis 3.300 Kelvin. Es wirkt gemütlich und eignet sich beispielsweise gut für Wohn- und Schlafzimmer.
Neutralweißes Licht wirkt sachlicher und kann etwa in Küche, Bad oder Arbeitsbereichen sinnvoll sein. Noch höhere Farbtemperaturen wirken zunehmend tageslichtähnlich und werden häufig für funktionale Arbeitsbereiche eingesetzt.
Welche Lichtfarbe angenehm ist, hängt jedoch auch von deinen persönlichen Vorlieben und dem jeweiligen Raum ab.
Auch die Farbwiedergabe ist wichtig
Neben Lumen und Kelvin findest du auf Lampen häufig den sogenannten CRI- oder Ra-Wert.
Er beschreibt vereinfacht gesagt, wie natürlich Farben unter einer Lichtquelle erscheinen. Der höchstmögliche Wert liegt bei 100.
Gerade dort, wo Farben möglichst realistisch wirken sollen – beispielsweise am Esstisch, vor dem Spiegel oder bei kreativen Arbeiten –, kann eine gute Farbwiedergabe wichtiger sein als ein möglichst niedriger Kaufpreis.
Ein hoher Ra-Wert kann deshalb ein sinnvolles Qualitätsmerkmal sein.
Vorsicht bei Dimmern und alten Transformatoren
Nicht jede LED funktioniert automatisch mit jeder vorhandenen Leuchte.
Besonders bei Dimmern solltest du vor dem Kauf darauf achten, ob die LED ausdrücklich als dimmbar gekennzeichnet ist. Selbst dann können ältere Dimmer und moderne LEDs technisch nicht immer problemlos zusammenarbeiten. Flackern oder ein eingeschränkter Dimmbereich können die Folge sein.
Ähnliches gilt für ältere Niedervolt-Beleuchtungssysteme mit Transformatoren. Wird die ursprüngliche Halogenbeleuchtung durch deutlich sparsamere LEDs ersetzt, kann die Mindestlast des vorhandenen Transformators unterschritten werden.
Bevor du deshalb ein komplettes Beleuchtungssystem austauschst, lohnt sich zunächst die Prüfung, ob Leuchtmittel, Dimmer und Transformator miteinander kompatibel sind.
Sind LEDs wirklich umweltfreundlicher?
LEDs werden häufig pauschal als „umweltfreundlich“ bezeichnet. Ganz so einfach ist es nicht.
Auch LEDs müssen hergestellt werden. Dafür werden Glas, Kunststoffe, Metalle, elektronische Bauteile und weitere Rohstoffe benötigt. Produktion und Transport verursachen ebenfalls Umweltbelastungen.
Ihr großer Vorteil entsteht vor allem während der Nutzung: Sie benötigen für dieselbe Lichtmenge wesentlich weniger Strom als Glüh- und Halogenlampen und können sehr lange genutzt werden.
Wie gut die tatsächliche Umweltbilanz ausfällt, hängt deshalb unter anderem von der Lebensdauer, Effizienz und Nutzung der Lampe ab.
Daraus ergibt sich eine einfache Regel für den Alltag: Nicht möglichst viele neue LED-Produkte zu kaufen ist das Ziel, sondern möglichst lange mit möglichst wenig Energie das benötigte Licht bereitzustellen.
LED richtig entsorgen
Eine kaputte LED gehört nicht in den Restmüll und auch nicht in den Altglascontainer.
LED-Lampen zählen zu den Elektroaltgeräten und müssen getrennt gesammelt werden. Du kannst sie beispielsweise bei kommunalen Sammelstellen oder geeigneten Rücknahmestellen im Handel kostenlos abgeben.
Das ist nicht nur gesetzlich vorgesehen, sondern ermöglicht auch die Rückgewinnung verschiedener Materialien.
Anders als Kompaktleuchtstofflampen enthalten LEDs kein Quecksilber. Trotzdem gehören auch sie aufgrund ihrer elektronischen Bestandteile in die Elektroaltgerätesammlung.
Noch mehr Strom bei der Beleuchtung sparen
Effiziente Technik hilft – entscheidend bleibt aber auch, wie viel Licht du tatsächlich nutzt.
Der einfachste Spartipp kostet deshalb gar nichts: Schalte Licht aus, wenn du es nicht brauchst.
Außerdem muss nicht immer der ganze Raum hell ausgeleuchtet sein. Eine gezielte Arbeitsplatz-, Lese- oder Küchenbeleuchtung kann angenehmer sein und weniger Energie benötigen als mehrere unnötig eingeschaltete Lampen.
Auch sehr hohe Helligkeiten sind nicht automatisch besser. Eine besonders leistungsstarke LED verbraucht trotz effizienter Technik mehr Strom als eine schwächere LED. Entscheidend ist deshalb eine Helligkeit, die zum jeweiligen Einsatzzweck passt.
Vorsicht ist zudem beim sogenannten Rebound-Effekt sinnvoll: Weil LEDs wenig Strom benötigen, werden möglicherweise mehr Lampen installiert oder länger eingeschaltet. Ein Teil der möglichen Einsparung kann dadurch wieder verloren gehen.
Auf einen Blick: Mit LED Strom sparen – aber sinnvoll
LEDs sind für die meisten Anwendungen im Haushalt heute die sinnvollste Beleuchtungstechnik. Gegenüber alten Glüh- und Halogenlampen benötigen sie wesentlich weniger Strom, erreichen sofort ihre volle Helligkeit und können lange halten.
Besonders groß ist das Sparpotenzial bei Lampen, die täglich mehrere Stunden eingeschaltet sind.
Nachhaltige Beleuchtung bedeutet aber mehr als nur LED. Nutze vorhandene Leuchten möglichst lange, achte bei Neuanschaffungen auf austauschbare Leuchtmittel oder Module und wähle Helligkeit und Lichtfarbe passend zum tatsächlichen Bedarf.
Und wenn eine LED irgendwann ausgedient hat, gehört sie zur Elektroaltgerätesammlung statt in den Hausmüll.
So wird aus effizienter Beleuchtung eine einfache Möglichkeit, im Alltag Energie und Ressourcen zu sparen.